Das Technische im Zwischen von Widerstand und Medialität.
Kann die Genese des Technischen, abseits von Fortschrittsgläubigkeit und Technikverweige-rung, als eine solche
begriffen werden, die sich im Gegeneinander von realem Zudrang und imaginativer Reaktion vollzieht und darin
mediale Räume ausformt? Dann ist diese Genese nicht ohne Rekurs auf die Erfahrung von Widerständigkeit zu
beschreiben, etwa damit, dass der Umgang mit dem Zudrang des Widerständigen sowohl das Begehren als auch
die Arbeit zur Folge hat und mediale Strukturen evoziert: die Auffaltung imaginativer Welten ebenso wie die
Konzeption des Werkzeugs bis hin zur Automatik. Diese Medialisierung intensiviert sich mit der Inszenierung
utopischer Fluchten, die insbesondere im Kontext europäisch-westlicher Vorstöße zu einer sich steigernden
Imaginisierung des Realen bis zu Utopien einer Selbstaufhebung leiblich-körperlicher Existenz fortschreitet. Hier
ergeben sich weitere Fra-gen: Stellt dieser Wille zur Erleichterung, zum buchstäblichen Leichtwerden, in
Verbindung mit einer Ausleuchtung der Welt das alteuropäische Erbe des Aufklärens in einen breiteren Kontext? Ist
er in seiner Abgrenzung gegenüber allem, was nicht erhellt wird, selber dem Dunklen noch verhaftet und somit
letzten Endes Illusion, sofern das Faktum, dass Leben in reale Widerständigkeit eingebettet ist, und auch der
Widerstand physischer Körper wie nicht zu tilgende Schatten erhalten bleiben? Und ist der Drang nach
Erleichterung und Aufhellung zwangsläufig, oder stellt er eine Selbstbegrenzung dar, so dass dem Technischen
und dem Medialen noch andere Möglichkeiten verfügbar wären?
Poslední úprava: Vinterová Lenka, Mgr. (16.06.2026)
The Technical Dimension Between Resistance and Mediality.
Can the genesis of the technical—setting aside both faith in progress and technophobia—be understood as a
process that unfolds in the interplay between real pressure and imaginative response, thereby shaping medial
spaces? If so, this genesis cannot be described without reference to the experience of resistance—namely, that
dealing with the pressure of the resistant gives rise to both desire and labor and evokes medial structures: the
unfolding of imaginative worlds as well as the development of tools through to automation. This mediali-zation
intensifies with the staging of utopian escapes, which, particularly in the context of European-Western initiatives,
progresses toward an escalating imaginization of the real, extending to utopias of the self-abolition of bodily
existence. This raises further questions: Does this will toward relief, toward becoming literally light, in conjunction
with an illumina-tion of the world, place the old European legacy of the Enlightenment in a broader context? Is it, in
its demarcation from everything that is not illuminated, itself still bound to darkness and thus ultimately an illusion,
insofar as the fact that life is embedded in real resistance, and also the resistance of physical bodies, remain like
shadows that cannot be erased? And is the desire for relief and lightening inevitable, or does it represent a self-
imposed limitation, such that other possibilities might still be available to technology and the media?
Poslední úprava: Vinterová Lenka, Mgr. (16.06.2026)
Das Technische im Zwischen von Widerstand und Medialität.
Kann die Genese des Technischen, abseits von Fortschrittsgläubigkeit und Technikverweige-rung, als eine solche
begriffen werden, die sich im Gegeneinander von realem Zudrang und imaginativer Reaktion vollzieht und darin
mediale Räume ausformt? Dann ist diese Genese nicht ohne Rekurs auf die Erfahrung von Widerständigkeit zu
beschreiben, etwa damit, dass der Umgang mit dem Zudrang des Widerständigen sowohl das Begehren als auch
die Arbeit zur Folge hat und mediale Strukturen evoziert: die Auffaltung imaginativer Welten ebenso wie die
Konzeption des Werkzeugs bis hin zur Automatik. Diese Medialisierung intensiviert sich mit der Inszenierung
utopischer Fluchten, die insbesondere im Kontext europäisch-westlicher Vorstöße zu einer sich steigernden
Imaginisierung des Realen bis zu Utopien einer Selbstaufhebung leiblich-körperlicher Existenz fortschreitet. Hier
ergeben sich weitere Fra-gen: Stellt dieser Wille zur Erleichterung, zum buchstäblichen Leichtwerden, in
Verbindung mit einer Ausleuchtung der Welt das alteuropäische Erbe des Aufklärens in einen breiteren Kontext? Ist
er in seiner Abgrenzung gegenüber allem, was nicht erhellt wird, selber dem Dunklen noch verhaftet und somit
letzten Endes Illusion, sofern das Faktum, dass Leben in reale Widerständigkeit eingebettet ist, und auch der
Widerstand physischer Körper wie nicht zu tilgende Schatten erhalten bleiben? Und ist der Drang nach
Erleichterung und Aufhellung zwangsläufig, oder stellt er eine Selbstbegrenzung dar, so dass dem Technischen
und dem Medialen noch andere Möglichkeiten verfügbar wären?
Poslední úprava: Vinterová Lenka, Mgr. (16.06.2026)
Podmínky zakončení předmětu - angličtina
Final paper
Poslední úprava: Vinterová Lenka, Mgr. (06.10.2022)
Požadavky k zápisu - angličtina
This course is not open in the winter semester 2025.
Poslední úprava: Vinterová Lenka, Mgr. (19.06.2025)