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Předmět, akademický rok 2022/2023
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Einführung in die vergleichende Versöhnungsforschung - JTM622
Anglický název: Introduction to Comparative Reconciliation Studies
Zajišťuje: Katedra německých a rakouských studií (23-KNRS)
Fakulta: Fakulta sociálních věd
Platnost: od 2021
Semestr: letní
E-Kredity: 6
Způsob provedení zkoušky: letní s.:
Rozsah, examinace: letní s.:1/1, Zk [HT]
Počet míst: 16 / neurčen (neurčen)
Minimální obsazenost: neomezen
Virtuální mobilita / počet míst: ne
Stav předmětu: vyučován
Jazyk výuky: němčina
Způsob výuky: prezenční
Poznámka: předmět je možno zapsat mimo plán
povolen pro zápis po webu
Garant: prof. Dr. Martin Leiner
Vyučující: prof. Dr. Martin Leiner
Třída: Courses for incoming students
Anotace - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)
Ende der 1990er Jahre ist mit der vergleichenden Versöhnungsforschung eine neue interdisziplinäres Forschungsrichtung entstanden. Sie versteht Versöhnung in einem sehr weiten Sinn als die Suche nach besseren Beziehungen nach schwerwiegenden gesellschaftlichen und politischen Vorkommnissen wie Kriegen, Bürgerkriegen, Diktaturen, Völkermord, Apartheid, Kolonialismus und den damit oft einhergehenden Menschenrechtsverletzungen.
Ziel ist es, die zahlreichen gesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Versöhnungsprozesse einschließlich ihrer Defizite genauer zu beschreiben, Probleme und Missverständnisse deutlicher zu erfassen und Faktoren für ihr Gelingen zu identifizieren. Die Lehrveranstaltung bietet eine konzentrierte Einführung in diese neue Forschungsrichtung, ihre Methoden, Theorien und bisherigen Ergebnisse. Neben der tschechisch- deutschen Versöhnung und den Versöhnungsprozessen, an denen der deutsche Staat und die deutsche Zivilgesellschaft nach 1945 beteiligt waren, werden auch Ruanda nach dem Völkermord 1994 und Südafrikas Weg aus der Apartheid, sowie die Architektur des kolumbianischen Friedensprozesses dargestellt werden.
Neue Anwendungsgebiete von Versöhnungsforschung, etwa als Versöhnung mit der Umwelt, Versöhnung im Umgang mit kulturellem Erbe, Versöhnung und Füchtlinge, Versöhnung und postkoloniale Wiedergutmachugen sollen kurz diskutiert werden. Ebenso wird aber auch die Tatsache zur Sprache kommen, dass Versöhnugsforschung sich zunehmend als eigene Sozialtheorie formuliert.
Die Veranstaltung wird zeigen, warum Politik an den Ergebnissen der Versöhnungsforschung nicht vorbeigehen kann und welches Potential diese Forschungsrichtung für aktuelle Konflikte hat. Versöhnung ist weit davon entfernt ein Schlüsselwort der Vergangenheit, etwa der 1990er Jahre zu sein. In Zeiten gespaltener Gesellschaften und wiederaufflammender Konflikten in Europa und Asien ist Versöhnung das Schlüsselwort der Zukunft.
Cíl předmětu - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)

Dieses Seminar soll die Studierenden mit einem neuen Ansatz der Friedens- und Transformationsforschung bekanntmachen: der Versöhnungsforschung. Studierende sollen lernen, wie kulturelle, politische, psychologische, rechtliche, politische, ökonomische und andere Faktoren die Bedingungen dafür schaffen können, dass sich selbst nach schweren Vorkommnissen Individuen, Gruppen und Staaten wieder zusammenfinden. Gleichzeit wird die Fragilität dieser Prozesse deutlich. In vergleichender Weise lernen die Studierenden klassische Versöhnungsprozesse kennen. Versöhnungsforschung ist nur in Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen möglich. Deshalb werden auch einige Methoden aus verschiedenen Disziplinen eingeübt.

Podmínky zakončení předmětu - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)

Regelmäßige und aktive Teilnahme am Seminar, Vorbereitung der Sitzungen durch Lektüren und andere Aufgaben, unter anderem auch das Ansehen von Videobeispielen und kleine eigene Forschungen. Am Ende auch die Ablegung einer mündlichen Prüfung.

Literatura - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)

Wüstenberg, Ralf (Hrsg.), Wahrheit, Recht und Versöhnung. Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nach den politischen Umbrüchen in Südafrika und Deutschland. Frankfurt: Peter Lang 1998.

Gardner-Feldman, Lily, Germany’s Foreign Policy of Reconciliation. From Enmity to Amity. Lanham, Rowman & Littlelfield 2012. (online verfügbar in "UKAZ")

Santa Barbara, Johanna/ Johan Galtung/Perlman, Diane, Versöhnung. Die Vergangenheit aufarbeiten – eine Zukunft aufbauen. Belm-Vehrte/Osnabrück 2014. (Englisches Original Transcend.org 2012).

Takemitsu Morikawa (Hrsg.), Verzeihen, Versöhnen, Vergessen. Soziologische Perspektiven. Bielefeld:transcript Verlag 2018.

Metody výuky - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (08.02.2022)

Die Lehrveranstaltung setzt sich aus Vorlesungen und begleitenden Übungen zusammen. Studierende werden sich aktiv in Diskussionen und bei Wunsch auch mit Referaten an die Gestaltung des Programms beteiligen. Weiter werden sie zum kritischen Denken und Verstärkung ihrer kommunikativen Sprachkompetenzen geführt, indem sie Übungen machen, Gruppendiskussionen und Gespräche im Plenum mit dem Dozenten führen.

 

PRÄSENZUNTERRICHT 

Požadavky ke zkoušce - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)

Der Anteil der einzelnen Leistungstypen an der Gesamtnote:
- aktive Teilnahme: 50 Prozent
- mündliche Prüfung 50 Prozent

Studierende werden nach dem Notenschlüssel entsprechend der Direktive der Dekanin Nr. 17/2018 bewertet.

Sylabus - němčina
Poslední úprava: Mgr. Barbora Krempaská (26.01.2022)

Programm

17./18. Febr.

Was ist Versöhnung? Geschichte und Grundbegriffe der Versöhnungsforschung.  Beispiele der deutsch-tschechischen Versöhnung.

Im Dozentenvortrag werden Geschichte und Grundbegriffe der Versöhnungsforschung dargestellt und mit den Studierenden diskutiert.

Nach einem Überblick über Lily-Gardner-Feldmans Darstellung der deutsch-tschechischen Versöhnung werden konkrete Beispiele zur Versöhnung (z.B. anhand zentraler Dokumente, Reden, neuerer wissenschaftlicher Forschungen und literarischer Zeugnisse) und deren Bestreitung (z.B. Vaclav Klaus in einem Interview von 2017, anzuhören unter: ihttps://deutsch.radio.cz/deutsch-tschechische-erklaerung-versoehnung-mit-jeweils-eigener-vergangenheit-8202359) in Gruppen erarbeitet, kontextualisiert und im Plenum diskutiert. Methodisch wird von kritischer Diskursanalyse ausgegangen.

 

10./11. März

Versöhnung, Aufarbeitung der Vergangenheit und Erinnerungskultur nach dem 2. Weltkrieg und die große Wende 1989

Unterschiedliche Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozesse fanden nach dem 2. Weltkrieg in Europa statt. Neben der Deutsch-Israelischen, der Deutsch-Französischen und der Deutsch-Polnischen Versöhnung, sind auch neuere Prozesse der Versöhnung Gegenstand von Untersuchungen in der Versöhnungsforschung geworden. Eine Lektüre der Nachkriegsgeschichte soll zeigen, wie Versöhnungsprozesse die Überwindung des Kalten Krieges mit ermöglicht haben. Methode ist die rhetorische Analyse von Politiker-Reden aus dieser Zeit.

 

7./8. April

Versöhnung durch Wahrheits- und Versöhnungskommissionen? Ein weltweites Modell, seine zahlreichen Variationen und aktuelle Forschungsergebnisse.

Etwa 30 von Staaten beauftragte und noch mehr von substaatlichen Akteuren organisierte Wahrheits- und Versöhnungskommission haben ein reiches Material Quellen, Erfahrungen und Fragen hinterlassen. Ausgehend von der südafrikanischen Truth and Reconciliation Commission, wird dieses Material unter Verwendung von englischsprachigen Original-Videodokumenten vorgestellt und durch aktuelle Forschungen kommentiert. Alternativ oder auch ergänzend kann mit deutschsprachigem Material von den Enquête-Kommissionen des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung des SED-Unrechts gearbeitet werden. Methodisch wird in dieser Sitzung mit der Skript-Analyse und der Medienanalyse gearbeitet.

 

 

12./13. Mai

Neue Horizonte der Versöhnungsforschung

Ausgehend vom kolumbianischen Friedensprozess, geht es in diesem Treffen es um neusten Theorieentwicklungen der Versöhnungsforschung, um die Erweiterung des Versöhnungsparadigmas zu einer Konflikt- und Sozialtheorie, sowie um neue Anwendungsbereiche wie die Aufarbeitung kolonialen Unrechts, interreligiöser Dialog, ICT, Hate Speech im Internet und Versöhnung, Versöhnung mit und für Flüchtlinge heute, Aufarbeitung von rassistischem Unrecht in USA, indigene Bevölkerungen, Ökologie und Genderfragen.

 

 
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