SubjectsSubjects(version: 978)
Course, academic year 2025/2026
   
Kafka and the country life - ADE511035P
Title: Kafka und das Landleben
Guaranteed by: Department of Germanic and Nordic Studies (21-UGS)
Faculty: Faculty of Arts
Actual: from 2023
Semester: summer
Points: 0
E-Credits: 4
Examination process: summer s.:
Hours per week, examination: summer s.:0/2, C [HT]
Capacity: unknown / unknown (unknown)
Min. number of students: unlimited
4EU+: no
Virtual mobility / capacity: no
Key competences:  
State of the course: not taught
Language: German
Teaching methods: full-time
Level:  
Is provided by: ADE110128
Note: course can be enrolled in outside the study plan
enabled for web enrollment
Guarantor: prof. Manfred Weinberg
Dr. phil. Marc Weiland
Interchangeability : ADE511035
Schedule   Noticeboard   
Annotation - Czech
Franz Kafka wurde bisher vor allem als moderner Großstadtautor wahrgenommen. Prag bildete und bildet den spezifischen und unhintergehbaren Hintergrund für sein Leben und Schaffen. Allerdings: Explizit taucht die Stadt nur in sehr wenigen Texten auf – während doch ein recht großer Teil der Werke Kafkas in genuin ländlichen Milieus verortet und von spezifisch dörflichen und ruralen Topographien geprägt ist. Sei es nun im „Schloß“, im „Landarzt“ und in Erzählungen wie etwa „Kinder auf der Landstraße“, „Das nächste Dorf“ und „Eine kaiserliche Botschaft“ oder aber in Notizen (wie den „Zürauer Aphorismen“), Tagebucheinträgen (siehe z.B. „Verlockung im Dorf“ oder „Erinnerungen an die Kaldabahn“ aus dem Jahr 1914) sowie weiteren nachgelassenen Schriften (wie etwa „Der Dorfschullehrer“ oder die drei Fassungen der „Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande“): immer wieder wendet sich das Kafkasche Erzählen dem Leben auf und der Bewegung über Land zu. In den (nur vermeintlich) überschaubaren und narrativ kontrollierbaren (Versuchs-)Räumen des Dörflichen und Ländlichen verarbeitet und reflektiert es u.a. biographische Erfahrungen, psychische Vorgänge, soziale Verhältnisse, religiöse Vorstellungen, kollektive Mythen sowie subjektive Wahrnehmungsweisen von Raum, Zeit, Selbst – und unternimmt somit erkenntnistheoretische wie metaphysische Erkundungen. Dörfer und Landschaften werden dabei zu ambivalenten Modellen, in denen sich die Gegenwartserfahrungen und -erkundungen der Moderne erzählerisch verdichten.
Im Seminar wollen wir diesen Spuren ins Ländliche nachgehen, indem wir u.a. nach den Formen und Funktionen sowie Kontexten und Hintergründen des Ländlichen im Werk von Franz Kafka fragen – und damit gewissermaßen auch ‚Neuland‘ betreten. Denn das Seminar wird zugleich mit einer wissenschaftlichen Tagung verbunden sein, die erstmals die gesamte Breite des Themenspektrums zu erkunden versucht. Diese Tagung wird vom 30.03. bis 01.04. im Goethe-Institut stattfinden. Wir werden sie gemeinsam besuchen und in den Seminarablauf einbauen.
Last update: Zbytovský Štěpán, Mgr., Ph.D. (21.09.2023)
Literature - Czech

Hartmut Binder (1979): Kafka-Handbuch in zwei Bänden, Stuttgart: Kröner.

Bettina von Jagow/Oliver Jahraus (2008) (Hg.): Kafka-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Steffen Höhne/Manfred Weinberg (2019) (Hg.): Franz Kafka im interkulturellen Kontext. Köln: Böhlau.

Dieter Lamping (2017): Kafka und die Folgen. Stuttgart: Metzler.

Monika Schmitz-Emans (2011):  Franz Kafka. Epoche – Werk – Wirkung. München: C.H. Beck.

Marcel Krings (2018): Männer vom Lande. Freiheit und Religion in Kafkas Dorfgeschichten. In: Marszalek/Nell/Weiland (Hg.): Über Land. Aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Dorf und Ländlichkeit, Bielefeld: Transcript, S. 63-80.

Klaus Hermsdorf: (1994): Zwischen Wlaschim und Prag. Stadt-Land-Antinomien bei Franz Kafka und Max Brod. In: Krolop/Zimmermann (Hg): Kafka und Prag. Berlin: De Gruyter, S. 175-186.

Last update: Zbytovský Štěpán, Mgr., Ph.D. (21.09.2023)
 
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